Theater als Pflicht

Ich stehe auf der Bühne im Tempel in Karlsruhe, mein erstes Mal, Solo nur ich im blumigem Kostüm, ein Text der, wie es scheint zu mir passt. Fröhlich, verwirrt und einzigartig, irgendwie durchs Programm führend und doch mit eigenem Inhalt. Ich spüre die Energie die dies in mir freisetzt.

Zwanzig Jahre ist dies nun her. Ich spüre Dankbarkeit für diese Erfahrung, die mir während meines dualen Studiums in meinem Ausbildungsbetrieb zuteil wurde. Dort war ich wie alle anderen Auszubildenden – Lernlinge genannt – mehrere Tage freigestellt um Theater zu spielen inklusive Aufführung. Eine weitreichende und wundervolle Idee. In eine Rolle schlüpfen, etwas wagen, die Perspektive ändern, Verantwortung übernehmen.

Bisher zu dieser ersten Theatererfahrung kannte ich nur den verborgenen Wunsch in mir, das irgendwann mal ausprobieren zu wollen. Ich bewunderte die Teilnehmer der Theater-AG zu meiner Schulzeit – ich hätte mich zu der Zeit nie getraut da mitzumachen. Nun wurde ich dazu „gezwungen“. Eine neue Welt offenbarte sich für mich.

Was ich lernen und an mir erfahren durfte:

  • dass ich mehr kann als ich denke, wenn ich es nur wage
  • Theater spielen macht mir Freude und ich möchte mehr davon in meinem Leben
  • Scheinbar themenfremdes Lernen auch lernen für etwas anderes bedeutet
  • Selbstbewußtsein, Kreativität, Mut, Flexibilität

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